HISTORISCHES

Das älteste Dokument über die Heiligblutreliquie von Brügge stammt aus dem Jahr 1256. Zwischen 1150 und 1256 klafft eine Lücke von einem Jahrhundert! Sollte die Reliquie später als 1150 in Brügge angekommen sein?

Wahrscheinlich ja, denn in Konstantinopel befand sich um diese Zeit eine Heiligblutreliquie in der Marienkapelle des kaiserlichen Palastes Bucoleon. Sie war Teil einer ganzen Reihe von Reliquien vom Leiden Christi.

1203 fiel Konstantinopel in die Hände der Kreuzfahrer. Die kaiserliche Stadt wurde während des 4. Kreuzzuges (1204) geplündert.

Balduin IX., Graf von Flandern, wird zum neuen Kaiser ernannt. Vermutlich schickte er die erbeuteten Reliquien nach Flandern, genauer gesagt nach Brügge, standen doch seine Töchter Johanna und Margaretha an der Spitze der Grafschaft.

Wahrscheinlich gelangte die Reliquie eher auf diese Weise nach Brügge. Auch die Art, in der die Bergkristallflasche geschliffen ist, weist auf eine Herkunft von Konstantinopel hin.